Kasse – Handbuch für Händler
Mit der KAI-Pay-Kasse nehmen Sie Bitcoin-Zahlungen über Lightning an, zum Beispiel an der Theke oder am Marktstand. Die Kasse ist eine eigene Seite (kasse.kai-pay.net) ohne Schlüssel: Sie kann nur Rechnungen erstellen, aber kein Geld senden. Jede Zahlung geht direkt in Ihre selbstverwahrte KAI-Pay-Wallet. Dort sehen Sie Tages- und Monatsabschluss und können erstatten.
KAI-Pay ist eine öffentliche Beta. Die Kasse ist ein Zahlungsterminal, keine Registrierkasse (siehe Grenzen).
1. Voraussetzungen
- Eine KAI-Pay-Wallet, deren 12 Wörter Sie gesichert und in der App bestätigt haben.
- Eine Lightning-Adresse: in der Wallet unter „Empfangen“ anlegen.
- Internet auf dem Kassengerät. Ein Konto oder eine Anmeldung ist nicht nötig.
2. Kasse einrichten
- In der Wallet das Menü öffnen und „Kasse & Abschluss“ wählen. Ganz unten steht „Kasse einrichten“.
- Optional einen Namen der Kasse eintragen, zum Beispiel „Theke 1“ oder „Markt“. Mit dem Namen ändern sich Link und QR-Code.
- Kasse öffnen:
- Auf demselben Gerät: „Kasse auf diesem Gerät öffnen“. Die Kasse öffnet sich in einem neuen Tab bzw. in der Android-App im Browser.
- Auf einem eigenen Kassengerät (z. B. Tablet an der Theke): Den QR-Code mit diesem Gerät scannen oder den Link kopieren bzw. teilen und dort öffnen.
Der Link enthält Ihre Lightning-Adresse, den Kassennamen und einen öffentlichen Belegschlüssel. Diese Angaben stehen im Teil des Links hinter „#“; sie werden nicht an einen Server übertragen. Die Kasse speichert sie auf dem Kassengerät. Beim nächsten Aufruf von kasse.kai-pay.net startet sie direkt, den Link brauchen Sie dann nicht mehr.
Öffnet jemand auf einem eingerichteten Kassengerät einen Link mit einer anderen Adresse oder einem anderen Belegschlüssel, fragt die Kasse nach, bevor sie umstellt. Bestätigen Sie das nur, wenn Sie es selbst eingerichtet haben. Den Fingerabdruck des Belegschlüssels zeigen Kasse und Wallet an; Sie können ihn vergleichen.
3. Kassieren
- Betrag eintippen: in Euro (umgerechnet mit dem angezeigten Kurs) oder in sat („In sat eingeben“).
- „Kassieren“: Die Kasse zeigt eine Rechnung als QR-Code.
- Die Kundin oder der Kunde scannt sie mit einer beliebigen Lightning-Wallet und zahlt.
- Die Kasse zeigt „Bezahlt“ und einen Zahlungsbeleg mit Nummer. Er ist ein Zahlungsnachweis, kein Kassenbon.
Hinweise der Kasse:
- Abbrechen: Eine abgebrochene Rechnung kann trotzdem noch bezahlt werden. Kommt die Zahlung später, meldet die Kasse das ausdrücklich.
- Seite neu geladen: „Offene Rechnung fortgesetzt“ – die Kasse prüft die laufende Rechnung weiter. Kassieren Sie nicht doppelt.
- „Rechnung abgelaufen – nicht bezahlt“: Neu kassieren.
- „Zahlungsstatus unbekannt“ (keine Verbindung): Vor einem neuen Kassieren den Eingang in der Wallet prüfen.
- „Letzte Rechnungen“ zeigt die letzten Rechnungen dieses Geräts (höchstens 20 der letzten 7 Tage). Maßgeblich ist immer der Verlauf in der Wallet.
4. Kassenname und mehrere Kassen
Die Wallet speichert den Kassennamen nicht. Er reist so:
- Der Name steht im Link. Die Kasse speichert ihn auf dem Kassengerät, zusammen mit einer zufälligen Gerätekennung und einem fortlaufenden Belegzähler.
- Bei jeder Zahlung schickt die Kasse eine verschlüsselte Notiz mit: Gerätekennung, Kassenname, Belegnummer, Euro-Betrag und Kurs. Lesen kann sie nur Ihre Wallet.
- Die Wallet liest diese Notizen aus den Zahlungen und ordnet sie im Abschluss den Kassen zu.
- Umbenennen: Den Link mit neuem Namen auf demselben Kassengerät öffnen. Gerätekennung und Belegnummern laufen weiter; frühere Zahlungen behalten ihren damaligen Namen.
- Ohne Namen: Die Kasse behält ihren bisherigen Namen bzw. heißt „Kasse“.
- Mehrere Kassen: Richten Sie jedes Gerät mit eigenem Namen ein. Zwei Geräte mit gleichem Namen erscheinen im Abschluss als getrennte Zeilen, und die Wallet weist Sie darauf hin.
5. Tagesabschluss
In der Wallet unter „Kasse & Abschluss“ einen Tag wählen. Je Kasse sehen Sie:
- Anzahl der Zahlungen und Summe in sat,
- den Euro-Betrag laut Kasse (zum Kurs bei Zahlung),
- den Bereich der Belegnummern sowie fehlende oder doppelte Nummern,
- Erstattungen und den Nettobetrag.
Zusätzlich nennt die Wallet „Andere Eingänge“ (Zahlungen an Ihre Adresse, die nicht über die Kasse kamen) und noch ausstehende Zahlungen.
6. Monatsabschluss und CSV-Export
„Tag als CSV exportieren“ bzw. „Monat als CSV exportieren“ speichert eine Datei mit einer Zeile pro Transaktion:
- Datum, Uhrzeit, Kasse und Belegnummer,
- Betrag in sat und Gebühr,
- Euro-Betrag laut Kasse und Kurs,
- Zahlungs-ID und Art (Verkauf oder Erstattung, Erstattungen mit Minus).
Am Ende stehen die Summen in sat und Euro.
Die Wallet führt dafür kein eigenes Kassenbuch. Sie berechnet den Abschluss jedes Mal aus dem Zahlungsverlauf. Deshalb können Sie jeden zurückliegenden Monat neu exportieren, solange die Zahlungen im Verlauf stehen. Den Schlüssel für die Belegnotizen leitet die Wallet aus Ihren 12 Wörtern ab; auch nach einer Wiederherstellung bleiben die Notizen lesbar.
Der Kassen-Export enthält nur Zahlungen über die Kasse. Für eine Übersicht aller Einnahmen exportieren Sie zusätzlich den Verlauf der Wallet als CSV; er enthält jede Zahlung.
7. Erstattung
- In der Wallet im Verlauf die Zahlung aus der Kasse öffnen und „Erstatten“ wählen.
- Lightning-Adresse oder Rechnung der Kundin bzw. des Kunden eingeben. Erstatten können Sie höchstens den noch offenen Betrag.
- Prüfen und bestätigen. Die Erstattung erscheint im Abschluss mit Minus. Bei Lightning-Adressen, die eine Notiz annehmen, schickt die Wallet „Erstattung zu Beleg …“ mit.
Die Verknüpfung „Erstattung zu Beleg“ speichert die Wallet nur auf dem Gerät, auf dem Sie erstattet haben. Ist eine Erstattung noch unterwegs, warnt die Wallet vor einer zweiten.
8. Sicherheit und Daten
- Mitarbeitergeräte: Die Kasse hat keinen Zugriff auf Ihr Geld und kann nichts senden. Wörter, PIN und Guthaben bleiben in Ihrer Wallet.
- Was andere sehen: Die Belegnotiz ist verschlüsselt. Der Zahlungsdienst sieht trotzdem Betrag, Zeitpunkt und Ihre Lightning-Adresse. Verschlüsselung bedeutet nicht Anonymität. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.
- Gemeinsam genutzte Geräte: Daten der Kasse (Adresse, Kassenname, Belegzähler, letzte Rechnungen) liegen im Browser des Kassengeräts. Auf fremden oder gemeinsam genutzten Geräten löschen Sie sie über „Andere Adresse“ bzw. die Browserdaten.
9. Grenzen
- Keine Registrierkasse: Die Kasse ist kein elektronisches Aufzeichnungssystem mit zertifizierter technischer Sicherheitseinrichtung (TSE) im Sinne der Kassensicherungsverordnung. Ob für Sie eine Kassenpflicht gilt, richtet sich nach Ihrer tatsächlichen Tätigkeit. Ihre Aufzeichnungs-, Beleg- und Steuerpflichten erfüllen Sie selbst (Nutzungsbedingungen).
- Übersicht, keine Buchhaltung: Abschluss und CSV sind eine Zahlungsübersicht für Sie. Sie enthalten keine Mehrwertsteuer-Aufteilung und keinen Kassenbericht; als Grundlage für Ihre Buchhaltung können Sie sie verwenden.
- Beta: Funktionen können sich ändern. Sichern Sie Monatsexporte regelmäßig. Ob nach einem Gerätewechsel alle Belegnotizen vollständig zurückkommen, haben wir noch nicht abschließend geprüft.
Fragen? Häufige Fragen oder kontakt@kai-pay.net.